Riesige Herzlichkeit, große Herausforderungen

Kurzbericht von Wolf Gebhardt über seinen Besuch in Nepal im Juni 2016

kameraworkshopÜber ein Jahr lang hatte ich die Kids nicht gesehen. Der erste Eindruck: Wieder diese riesengroße Herzlichkeit – die Kinder empfingen mich mit Blumen und Zettelchen voller Willkommensgrüße. Zweiter Eindruck: Ein Gefühl von Beengtheit – früher gab es genug Platz zum Spielen, jetzt dominieren zwei große Wellblechhäuser das Gelände. Mein Besuch fiel in die heiße Phase von Prüfungsvorbereitungen, die Kinder lernten unheimlich fleißig. Es gab aber noch genug Zeit für persönliche Begegnungen. Eines der Highlights war das große Interesse der Mädchen und Jungen an einem Kamera-Workshop. Wozu das Ganze? Immerhin arbeite ich gelegentlich mit einer nepalesischen Produktionsfirma zusammen. Vielleicht ist dort ja mal ein Praktikum möglich, wer weiß…
regenjacken_1Weitere Highlights waren die Übergabe von gespendeten T-Shirts und Sweatshirts des Ellental-Gymnasiums in Bietigheim-Bissingen, meiner alten Schule. Aus der Klasse 5a der Berliner Grundschule am Kollwitzplatz brachte ich Briefe mit. Und toll war natürlich die Begeisterung über die noch kurzfristig besorgten Regenjacken. Sie sind leicht, funktional, mit einer coolen Reißverschlusshülle. Jedes Kind bekam eine Jacke, der Name wurde hineingeschrieben. Jetzt hat es etwas Eigenes und trägt dafür auch die Verantwortung.
Waisenhausvater Suresh gab mir eine Führung über das Gelände: der Ausfall des Trinkwassers aufgrund des kaputten Brunnens soll teilweise mit aufgefangenem Regen kompensiert werden. Dazu ist gerade eine kleine Auffanganlage im Bau.
Das Wohnhaus: Man sieht ihm auf den ersten Blick die Schäden kaum an, aber innen gibt es überall Risse, und die Fundamente sind beschädigt. Suresh plant Ende 2017 an hausmauerschadenanderer Stelle neu zu bauen, in der Nähe der Schule. Wie das finanziert werden kann, ist noch unklar. Sureshs Vater, der Gründer des Waisenhauses, will alte Geschäftspartner aktivieren. Und wir wären ja nicht „Moving Mountains“, wenn wir nicht versuchen würden, Berge zu versetzen – durch Auftun neuer Geldquellen, z.B. über Stiftungen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass auch der neue Waisenhausbau zu stemmen sein wird.
Namaste,
Wolf Gebhardt
(1. Vorsitzender Moving Mountains e.V.)

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